Die Tücken des Champagners

Veronika (Vroni) stellt Constanze und Marion an einem Abend ihren Entwurf des Sideboards für die beiden vor. Das ungewöhnliche Design gefällt den beiden Frauen und der Deal wird mit Champagner besiegelt. Vroni ist Alkohol nicht gewöhnt, dessen Wirkung tritt ziemlich schnell ein.

   Eben noch sprudelnde Albernheit hielt sich Vroni unvermittelt die Hand vor den Mund und schluckte heftig. Constanze legte besorgt ihre Hand auf Vronis Arm: »Was ist los? Geht es dir nicht gut?«
   Durch die vorgehaltene Hand sickerte nur ein Murmeln: »Boah, mir is total schlecht. Mir is echt schlecht.«
   Marion stand auf: »Schaffst du es noch bis zur Toi …?«
Zeitgleich sprang Vroni auf, schleuderte mit einer Hand den Insektenschutz der Terrassentür zur Seite und rannte hinaus. Mitleid erregendes Würgen und Ächzen unterbrachen die ländliche Lautlosigkeit der Tachlrieder Nacht. Eine junge Frau stand nach vorne gebeugt am seitlichen Rand der Terrasse zu den Westners hin, ihre langen Haare aus der Flusslinie herauszuhalten versuchend.
  Constanze hatte derweil ein großes Glas Mineralwasser und einen halben Meter Küchenpapier geholt. Zusammen mit Marion lauschte sie: Es war nun still, bis auf ein Schniefen. Eine magenentleerte, dafür mit Peinlichkeit beladene Vroni schlich kleinlaut ins Wohnzimmer und weinerte: »Entschuldigung, Entschuldigung! I mach des gleich weg.« Sie schneuzte in ein Küchentuch.
   »Wo hast du denn hingekotzt?« fragte Marion.
   »Links an den Rand von der Terrasse, in die Erde.«
   Marion grinste ihre Partnerin an: »Gut, dass ich heute zu faul war, die Kräuter einzupflanzen.« Sie ging in die Küche und kam mit einem Müllbeutel zurück. Vroni intervenierte:
   »Nein, nein, des mach i!«
   »Du erholst dich erst mal, trinkst ordentlich Wasser und schiebst dir gesalzene Erdnüsse rein. Mit einer Schippe Schaufel ist das gleich erledigt.«
   Marion war schon bei den Räumarbeiten, als Vroni erneut schluchzte: »Mein Gott, des is mir so peinlich!«
   Sie erhielt den schönstmöglichen Trost: eine Umarmung Constanzes. Und widerstand der Versuchung, sie unangemessen zu verlängern.
   »Mach dir keinen Kopf, Veronika. Alles in Ordnung.«
   Draußen plätscherte der Wasserhahn; Marion kam zurück, wischte sich ihre nassen Hände an der Jeans trocken und konnte sich einen Scherz in Richtung Vroni nicht verkneifen: »Fleischpflanzerl, nehme ich an?«
   Vroni nickte.
   »Mit Kartoffelsalat?«
   »Flöckchen!« sprang Constanze der überrumpelten Vroni bei. »Du musst das arme Mädel nicht auch noch veralbern.«

 

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